The Trap of “It’s Coming”
- Amina Welt

- 12. März
- 4 Min. Lesezeit
When You Know Your Life Is Waiting Somewhere Ahead
Lesezeit: ca. 7 Minuten Autorin: Amina Welt Kategorie: Becoming / Conscious Living

Kurzfassung
Viele Menschen spüren, dass ihr eigentliches Leben noch vor ihnen liegt. Ein anderer Ort, eine andere Version von sich selbst, mehr Freiheit, mehr Wahrheit. Aber wenn man glaubt, dass dieses Leben „gleich um die Ecke“ wartet, entsteht ein paradoxer Effekt: Man beginnt sich ständig zu beeilen.
Dieser Text ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit diesem Gefühl – dem Drang schneller anzukommen, der Müdigkeit, die daraus entsteht, und der Frage, ob das Leben, nach dem wir suchen, vielleicht gar nicht vor uns liegt, sondern bereits im Prozess entsteht.
The Trap of “It’s Coming”
Es gibt einen seltsamen Zustand zwischen Gegenwart und Zukunft.
Man spürt, dass ein anderes Leben möglich ist. Nicht unbedingt größer oder spektakulärer – aber freier, wahrer, näher an sich selbst. Und man hört sein Herz leise rufen: It's coming!
Vielleicht ein Leben mit mehr Natur. Mit Kunst. Mit Ruhe. Mit Zeit.
Für mich hat dieses Bild oft einen Ort: ein kleines Haus irgendwo im Süden Frankreichs. Oder mitten im Wald oder Dschungel: Hauptsache Natur.
Und gleichzeitig gibt es eine andere Energie in mir – Städte wie New York, kreative Räume, Begegnungen, Bühne.
Ich weiß nicht genau, wann dieses Leben beginnt. Aber ich weiß, dass es möglich ist.
Und genau hier beginnt die Falle.
Wenn man glaubt, dass das Leben gleich um die Ecke ist
Wenn man glaubt, dass etwas Wichtiges bald kommt, beginnt man sich zu beeilen.
Nicht unbedingt bewusst. Es passiert eher im Hintergrund.
Der Gedanke ist ungefähr so:
Wenn ich schneller arbeite, schneller aufräume, schneller aufbaue – dann komme ich schneller dort an.
Man arbeitet mehr. Man denkt mehr. Man plant mehr.
Und irgendwann merkt man: Der Körper wird müde.
Der Kopf auch.
Das Paradox der Eile
Viele von uns glauben, dass Geschwindigkeit uns näher an unser Leben bringt.
Aber manche Dinge reagieren schlecht auf Eile.
Kreativität zum Beispiel. Heilung. Stabilität.
Sie wachsen eher langsam.
Wenn man versucht, sie zu beschleunigen, passiert oft das Gegenteil: Man verbraucht die Energie, die man eigentlich für den Weg braucht.
Das fühlt sich dann so an, wie ich es in letzter Zeit oft erlebt habe:
körperlich müde, mental erschöpft und gleichzeitig innerlich noch immer im Modus “weiter, weiter”. Und ein Rat von jemanden, der bereits 2 Burn-Outs hatte: Dieses Gefühl ist NICHT normal!
Das Nervensystem im Dauer-Bereitschaftszustand
Wenn man ständig denkt, dass man „bald dort sein muss“, bleibt der Körper in einem Zustand von Bereitschaft.
Viele Menschen kennen das:
Man ist müde, aber wacht früh auf.
Der Kopf beginnt sofort zu arbeiten.
Man fühlt sich, als müsste man bereit sein.
Es ist, als würde das Nervensystem sagen:
Du darfst noch nicht loslassen. Du bist noch nicht angekommen.
Der Gedanke um die Ecke
Ein Teil von mir denkt immer einen Schritt weiter.
Oder drei.
Das ist manchmal eine Stärke. Es hilft, Möglichkeiten zu sehen, bevor sie sichtbar sind.
Aber es hat auch eine Schattenseite.
Wenn man ständig um die Ecke denkt, lebt man selten ganz in dem Raum, in dem man gerade steht.
Die Zukunft zieht ständig.
Vielleicht entsteht das Leben anders
In letzter Zeit habe ich angefangen, eine andere Möglichkeit zu betrachten.
Vielleicht wartet dieses Leben nicht irgendwo vor mir.
Vielleicht entsteht es genau hier. Denn wer kennt ihn nicht den berühmten Satz: Wenn, dieses oder jenes erledigt ist, zur Ruhe kommt, geschafft ist, dann werde ich... Doch sind wir ehrlich: Es ist doch immer irgendwas.
Vielleicht wächst ein freieres Leben nicht durch einen großen Sprung, sondern Richtung, nicht Geschwindigkeit. Durch viele kleine Tage. Einen nach dem anderen.
One More Day – neu gedacht
Lange Zeit hatte ich dieses Motto. „One more day“ bedeutete für mich, aber nicht ein kleiner Schritt jeden Tag, sondern:
Noch ein Tag, dann ist es geschafft.
Jetzt frage ich mich, ob es vielleicht etwas anderes bedeuten kann.
Vielleicht heißt es:
Heute ein Tag mehr in die richtige Richtung.
Nicht perfekt. Nicht fertig.
Aber ehrlich.
Ein kleiner Test
Manchmal stelle ich mir eine einfache Frage:
Wenn mein zukünftiges Leben Natur, Ruhe und Kunst enthält –wie würde ein kleiner Teil davon heute aussehen?
Vielleicht:
ein Spaziergang im Waldein Morgen ohne Eile, eine Stunde Kunst, ein Gespräch, das mich zum Denken bringt. Einen Blog in Ruhe schreiben, während die Sonnenstrahlen und das Vogelgezwitscher ein Gefühl von Day One in mir aufkommen lassen.
Vielleicht beginnt das Leben, auf das ich warte, genau hier. Genau jetzt.

Über die Autorin
Amina ist Autorin, Künstlerin und kreative Denkerin aus Österreich. Ihr Weg führte sie durch persönliche Transformation, künstlerische Arbeit und intensive Selbstreflexion.
Sie wurde als Outstanding Student am Broadway Dance Center in New York ausgezeichnet und hat mehrere Bücher veröffentlicht. Heute verbindet sie Schreiben, Musik, Tanz und Bewusstseinsarbeit.
In ihren Texten erforscht sie Themen wie:
persönliche Entwicklung
Kreativität und Identität
Heilung und neue Lebensmodelle
die Rolle von Technologie als Spiegel des menschlichen Denkens
Ihr langfristiger Traum ist ein Leben zwischen Natur und Kunst – vielleicht eines Tages in einem kleinen Haus im Süden Frankreichs, mit Reisen in kreative Metropolen wie New York.
Dieser Blog ist Teil eines offenen Prozesses: Gedanken, Fragen und Beobachtungen auf dem Weg dorthin.



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