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Was für jeden Zweiten das Feierabendbier, war für mich die Bulimie

  • office59443
  • 21. Sept.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Sept.

Neulich hat RTL Exklusiv ein Foto von Lilly Collins geteilt – und wieder einmal wurde das Thema Essstörung an der Oberfläche behandelt, ohne echtes Wissen, ohne Tiefe. Genau deshalb schreibe ich heute diesen Beitrag.

Denn Bulimie ist nicht das, was die meisten denken.

Druck abladen – wie andere zur Zigarette greifen

Die einen malen, die anderen haben Sex. Für viele ist das Feierabendbier ein Muss. Kaum jemand hält es aus, während seines Jobs nicht alle 15 Minuten zur Zigarette zu greifen. Warum? Weil es ums Abladen geht. Um Druck. Um einen kurzen Moment der Entspannung.

Genau das Gleiche habe ich mit Bulimie getan. Es war mein Ventil. Mein „durchatmen“. Je nachdem, wie überlastet mein Nervensystem war, habe ich es mehrmals am Tag gebraucht – oder an „guten Tagen“ alles ausgehalten, bis abends der Knall kam.

Immer Ja gesagt, wenn ich Nein meinte

Bulimie war nie ein Lifestyle oder der Wunsch, dünn zu sein. Es war ein Überlebensmechanismus.

Tagsüber habe ich meine Maske aufgesetzt. Ich habe Ja gesagt, obwohl ich Nein meinte. Ich habe mich angepasst, um reinzupassen. Ich habe funktioniert, um niemanden zu enttäuschen. Und abends? Da kam der Moment, in dem ich für mich selbst Raum brauchte.

Bulimie ist ein durch Trauma erlernter Mechanismus des Loslassens. Für einen Moment durfte ich ganz roh, echt und authentisch ich selbst sein – ohne sofort in einer Kampf-oder-Flucht-Situation zu landen.

Warum? Weil ich in meiner Kindheit keine Möglichkeit hatte, meine Gefühle auszusprechen, mich mitzuteilen und dem, was ich empfand, wirklich Raum zu geben. Ich musste funktionieren.

Also hören wir auf, mit dem Finger auf Betroffene zu zeigen – und fangen wir an, die Erwachsenen zu werden, die jedem Kind die Chance geben, nicht zu einem rauchenden, trinkenden oder essgestörten Erwachsenen heranzuwachsen.

Denn Newsflash: Auch Wutausbrüche sind nichts anderes als ein „Release“. Ein Versuch des Nervensystems, mit zu viel Druck klarzukommen.


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Hört auf, es euch leicht zu machen und keine Verantwortung als Gesellschaft zu übernehmen.Anstatt mit dem Finger auf einzelne zu zeigen, können wir uns gemeinsam dahin entwickeln, dass keiner von uns diese Art von „Release“ überhaupt mehr braucht.

 

 
 
 

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